



Wohnanlage mit sozialem Schwerpunkt Augsburg
STÄDTEBAU
Der Neubau des Wohngebäudes der Ellinor-Holland-Haus gGmbH fügt sich als langgestreckter Baukörper in die vorhandene Topografie ein und ergänzt die bestehende Einrichtung der Stiftung Kartei der Not in einer höhengestaffelten Setzung. Bestands-gebäude und Neubau bilden gemeinsam ein klar ablesbares Ensemble. Zur Amagasaki-Allee formuliert der Neubau einen städtebaulichen Rücken und schützt die Anlage vor Verkehrslärm. Die leicht polygonale Gebäudegeometrie reagiert auf die vorhandene Geländesituation und die Böschungskanten und gliedert die Baumasse. So entstehen differenzierte Freiräume mit unterschiedlichen Qualitäten – sowohl für die Bewohnerinnen und Bewohner beider Häuser als auch für gemeinschaftliche Nutzungen. Die leicht zurückversetzte Positionierung des Neubaus ermöglicht es, beide Gebäude bereits von der Kreuzung Amagasaki-Allee / Otto-Lindenmeyer-Straße aus als zusammengehörige Einrichtung wahrzunehmen. Diese städtebauliche Setzung stärkt den gemeinschaftlichen Charakter der Anlage. Die Ausrichtung entlang der Otto-Lindenmeyer-Straße mit einer abgeschrägten Gebäudekante erhält zugleich den Blickbezug von der bestehenden Einrichtung zum Glaspalast Augsburg. Die verkehrliche Erschließung erfolgt über die bestehende Zufahrt der vorhandenen Tiefgarage. Von dort führt eine zurückhaltend gestaltete Shared-Space-Fläche zur neuen Tiefgarage.
AUSSENANLAGEN
Der Entwurf für die Freianlagen verfolgt das Ziel einen vielfältig nutzbaren und identitätsstiftenden Außenraum für die Bewohnerinnen und Bewohner zu schaffen. Im Mittelpunkt steht eine klimaresiliente Gestaltung mit reduziertem Versiegelungsgrad sowie einer naturnahen Entwicklung der Freiflächen. Durch das Zusammenspiel aus Vegetation, Retentionsflächen und Verschattung entsteht ein nachhaltiger, pflegeextensiver Freiraum der sowohl ökologische als auch soziale Mehrwerte bietet. Die Freianlagen sind klar organisiert und bieten gut einsehbare, wohnungsnahe Aufenthaltsbereiche für Begegnung, Aufenthalt und gemeinschaftliche Nutzung. Eine zur Straße zugewandte Platzsituation bildet das Entree aus. Ein kindgerechter, sicher angeordneter Spielbereich wird in den rückwertig liegenden grünen Freiraum eingebettet und durch Baumpflanzungen und ein Sonnensegel als Schattenspender ergänzt. Der bestehende Basketballplatz wird zurückgebaut; die freiwerdende Fläche wird in die neue Freiraumorganisation integriert und als qualitätsvoller Grün- und Aufenthaltsraum weiterentwickelt. Die Haupterschließung erfolgt über die bestehende Zufahrt im Süden des Grundstücks und wird auf barrierearmen Wegen auf dem Grundstück fortgeführt. Über Rampen und geneigten Wegen wird zwischen den unterschiedlichen Höhenniveaus spielerisch vermittelt. Fahrräder werden sowohl in der Tiefgarage als auch in wohnungsnahen Bereichen im Freiraum untergebracht. Gleichzeitig werden die funktionalen Anforderungen wie Rettungswege in die Wegeführung integriert.
Arge: löhle-neubauer architekten BDA, Augsburg - OTTL.LA Landschaftsarchitekten Schöberl Hövelmann PartG mbB, münchen